Kultur-Kampf
Europa ist schockiert. Russland führt einen Krieg gegen die Ukraine, die USA schließen militärische Mittel zur Eroberung Grönlands nicht aus und China erhebt Ansprüche auf Taiwan. Die drei Weltmächte agieren als imperialistische Invasoren und sind sich darin erstaunlich ähnlich und einig. Diese neue Kultur in den internationalen Beziehungen scheint innerhalb kurzer Zeit selbstverständlich geworden zu sein. Offenbar gilt wieder das »Recht des Stärkeren«.
Es sind Veränderungen, die uns Angst machen. Aber Angst ist ein schlechter Ratgeber. Europa reagiert derzeit in erster Linie mit Versuchen nationaler Abschottung und gemeinsamer militärischer Aufrüstung. Zeit wäre es jetzt für eine Rückbesinnung auf unsere europäische Kultur.
Und wenn Elon Musk dann noch formuliert, die fundamentale Schwäche der westlichen Zivilisation sei die Empathie, dann ist das Ausdruck eines Weltbilds, dem wir Europäer in aller Schärfe widersprechen sollten.
Stärke unserer Kultur ist die historisch und geografisch bedingte Kompetenz im Umgang mit Vielfalt. Auf einem Kontinent, auf dem auf engem Raum verschiedenste Kulturen benachbart sind, ist die Fähigkeit, in permanentem Austausch zu sein mit Ähnlichem und Fremdem, mit Bekanntem und Unbekanntem besonders ausgeprägt. Die europäische Kultur hat daher eine hohe Kompetenz in der Fähigkeit zum Dialog, zum Streitgespräch und der Auseinandersetzung mit Argumenten. Sie setzt auf die Möglichkeit des Austauschs – nicht mit jedem System und nicht immer, aber vielleicht länger und intensiver, als wir im Zustand der Angst meinen. Lassen Sie uns also kämpfen für eine Kultur der Vielfalt und der Empathie.
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