Kinder als Verkehrserzieher
Gemeinsam mit der Polizei führen dabei Grundschüler an ausgewählten Straßen vor Schulen Geschwindigkeitskontrollen durch. Ziel ist es, Verkehrsteilnehmer für eine sichere Fahrweise zu sensibilisieren. Staatsminister Armin Schuster und der Polizeipräsident der Polizeidirektion Görlitz, Manfred Weißbach, sind zur Auftaktveranstaltung in den Radeberger Ortsteil Großerkmannsdorf gekommen, um die Kontrollen begleiten. Auch Poldi, das Maskottchen der sächsischen Polizei, ist vor Ort, um mit den Kindern der ersten beiden Klassenstufen das Verhalten am Fußgängerüberweg üben.
Prävention ist wichtig
Sachsens Innenminister Armin Schuster sagt: »Wir führen in jedem Jahr solche Aktionen durch, wenn es morgens eher hell ist, man dazu neigt, etwas schneller zu fahren und auch der Schulweg mehr Aufmerksamkeit benötigt«. Dass die Auftaktveranstaltung gerade in Großerkmannsdorf stattfindet, hat einen Grund. Im September 2021 kam hier ein siebenjähriger Radfahrer bei einem Unfall mit einem vorbeifahrenden Sattelzug ums Leben. Gemeinsam mit Schule, Stadtverwaltung, Elterninitiative und Polizei erarbeitete man daraufhin für diese Gefahrenstelle eine Möglichkeit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und wandelte die Verkehrsinsel in einen Fußgängerüberweg um.
Der Innenminister beantwortet die Frage, ob die Aktion »Blitz für Kids» etwas bringt, so: »Man muss dabei die gesamte Präventionsarbeit der Polizei sehen. Wir haben in Sachsen im Zeitraum von dreißig Jahren die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern um 60% verringert. Es waren 1248 solche Unfälle im Jahr 2024, 4% weniger als im Vorjahr. Wir wissen von den Autofahrern, dass die es am meisten beeindruckt, wenn Kinder sie anhalten und eine rote Karte zeigen. Schon mit Verkehrsteilnehmern nach einer Kontrolle zu sprechen, bringt viel.«
Karte statt Verwarngeld
Radebergs Oberbürgermeister Frank Höhme ist ebenfalls vor Ort und sagt: »Die Prävention, welche hier durchgeführt wird, ist unheimlich wichtig. Zum einen für die Schüler, zum anderen auch für die Autofahrer. Hier bekommt man heute kein Knöllchen, sondern nur eine Verwarnungskarte. Vielleicht animiert das den einen oder anderen, dann auch die Geschwindigkeit einzuhalten. Das ist eine reine erzieherische Maßnahme und wir sind dankbar, dass diese Aktion durchgeführt wird. Ich würde mir noch mehr Prävention wünschen.«
Noch bis zum 6. April ermahnen Grundschülerinnen und -schüler gemeinsam mit der Polizei Fahrzeugführer mit überhöhter Geschwindigkeit mit einer gelben Karte, wenn die Überschreitung im Bereich eines Verwarngeldes liegt. Wer sich an die Geschwindigkeitsregeln hält, bekommt eine grüne Karte. In der darauffolgenden Woche werden die Geschwindigkeitskontrollen wiederholt und alle Verstöße konsequent geahndet.
Ein Kraftfahrer, der eine grüne Karte erhielt, weil er die 30 km/h vor der Schule korrekt eingehalten sagt: »Im Großen und Ganzen kann man solche Aktionen nur befürworten«. Die Verkehrssicherheitsaktion »Blitz für Kids« wurde im Jahr 1995 durch die sächsische Polizei initiiert und seit 1998 gemeinsam mit dem ADAC Sachsen e.V. erfolgreich fortgeführt. Im vergangenen Jahr führte die Polizei Sachsen im Rahmen der Aktion insgesamt 312 Verkehrskontrollen durch und überprüfte dabei die Geschwindigkeit von 25.723 Fahrzeugen, wobei 1.876 Fahrer zu schnell unterwegs waren. Der traurige Spitzenwert war damals ein Fahrzeug, das mit 107 km/h vor einer Schule gemessen wurde.

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