

Der durch das beschlossene Ende des Kohleabbaus in der Lausitz stattfindende Strukturwandel ist spannend, weil dadurch neue wirtschaftliche sowie touristische Perspektiven für die hier lebenden Menschen entstehen.
Die Entwicklung des Scheibe-Sees ist eine davon. Deshalb ließen sich die Mitglieder des Freundeskreises Energie- und Bergbaugeschichte Hoyerswerda direkt an dem Gewässer von Jörn Süßmilch, Geschäftsführer der eta AG engineering, informieren.
Diese Firma mit Büros in Cottbus, Schwarze Pumpe, Bautzen und Leipzig plant für den Bauherrn, die Stadt Hoyerswerda, die Umgestaltung des Westufers zu einem Ort für Erholung und nachhaltigen Tourismus. In den letzten Jahren haben, Dank der Entschlusskraft der Stadtverwaltung, endlich Arbeiten begonnen, sagt Jörn Süßmilch. Der ehemalige Projektträger, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft, hat von der Staatsstraße S108 kommend einen neuen, zentralen Parkplatz mit Spielplatz und Toilettenanlage errichtet.
Jetzt fließen knapp 30 Millionen Euro Bundesmittel aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen in die Baumaßnahme. Baumfällungen am Ufer haben schon Platz geschaffen, um die Böschung terrassenförmig abtragen zu können. So entstehen mehr Strandflächen und eine barrierefreie Rampe mit Geländern für Menschen im Rollstuhl und Familien mit Kinderwagen, erklärt Jörn Süßmilch. Die Beleuchtung erfolgt durch LED-Lampen, die in die Handläufe der Geländer integriert sind.
Die gewonnenen Erdmassen sollen zum Bau einer künstlichen Landzunge dienen. Sie müssen aber chemisch behandelt werden, denn das Material ist für den Zweck nicht tragfähig genug. An der Mole entstehen Bootsanlegeplätze für Privatpersonen. Außerdem wird ein Anleger für ein Bekalkungsschiff gebaut, denn nur so bleibt der pH-Wert des Wassers immer neutral. Ein neues Auslaufbauwerk in Richtung Burg soll den Wasserstand des Scheibe-Sees konstant halten, erklärt der Geschäftsführer. Aus Richtung Lohsa entsteht ein zweiter Zubringer mit Parkplatz, und weitere neue Straßen verbessern die Erreichbarkeit des künftigen Erholungsgebietes. Die medientechnische Erschließung des Geländes bereitet den Bau des Aussichtsturms als Landmarke vor und die Errichtung von zwei Gebäuden, die der touristischen sowie gastronomischen Nutzung dienen.
Jetzt laufen noch letzte Genehmigungsverfahren, sagt Jörn Süßmilch. Wenn das Geld dann kommt, beginnen die Ausschreibungen für die Firmen. Nach den Wünschen der Stadt sollen die Bauarbeiten im Herbst beginnen. Bis dahin könnte nochmal eine Badegenehmigung erteilt werden.