Matthias Stark

Damit Wissen nicht verlorengeht

Pulsnitz. Der Pulsnitzer Heimatverein bewahrt Erinnerungen aus der Stadtgeschichte und kümmert sich auch um die Färberhenke.

Die Vereinsmitglieder Dr. Matthias Mägel, Dr. Michael Eckardt und Dr. Gabriel Wähner präsentieren das Cover des Buches und des aktuellen Kalenders am Wegestein Schützenhaus.

Die Vereinsmitglieder Dr. Matthias Mägel, Dr. Michael Eckardt und Dr. Gabriel Wähner präsentieren das Cover des Buches und des aktuellen Kalenders am Wegestein Schützenhaus.

Bild: Matthias Stark

Lokalgeschichte greifbar und für die Menschen erlebbar machen ist eines der Anliegen des Heimatvereins in der Pfefferkuchenstadt. Gegründet wurde er im Jahr 2009. Aktuell hat der Verein 31 Mitglieder, die sich einmal im Monat zusammenfinden. »Man braucht nur Interesse an der Heimatgeschichte mitbringen«, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Dr. Matthias Mägel.

Dabei hat sich der Verein interessante Aufgaben gestellt. So gibt er seit 2012 jährlich einen historischen Kalender mit Ansichten aus der Stadtgeschichte heraus, der sich großer Beliebtheit erfreut. In diesem Jahr ziert das Titelblatt eine Ansicht zum Stadtfest 1925, also genau vor 100 Jahren. Weitere Themen der aktuellen Auflage sind das Jubiläum des Pulsnitzer Karnevals oder auch Rückblicke auf verschiedene Heimatfeste, die in der Stadt gefeiert wurden.

 

Traditionspflege ist ein Anliegen

 

Eine weitere schöne Tradition, die vom Verein gepflegt wird, ist das jährliche Maibaumstellen. Das findet in diesem Jahr am 29. April ab 17 Uhr statt. Hier wird der Verein von der örtlichen Feuerwehr unterstützt, die beim Aufstellen hilft. Ein Kulturprogramm mit Spielmannszug und Posaunenchor rundet das Ganze ab.

Ein weiteres und für den Verein wichtiges Langzeitprojekt ist die als Vereinssitz dienende Färberhenke. Der Heimatverein bemüht sich hier um den Erhalt dieses historischen Denkmals, welches sich im Eigentum der SWG Städtische Wohnungsgesellschaft Pulsnitz befindet. Anliegen ist es, den historischen Teil zu erhalten. Dazu wurde ein Architekt mit der Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes beauftragt. Der Verein führt hier auch Arbeitseinsätze zur Werterhaltung durch. Zum Tag des Offenen Denkmals können Besucher Einblick ins Gebäude nehmen und sich vom Fortgang der Arbeiten überzeugen. Etwa 100 Pulsnitzer jährlich machen davon Gebrauch. In diesem Jahr wird zeitgleich ein Mal- und Zeichenkurs mit Andreas Frister aus Bretnig angeboten.

 

Projekte zum Stadtjubiläum

 

Ein weiteres Projekt des Heimatvereins sind die Wegesteine in der Stadt. Hier können sich Besucher an ausgewählten Orten über Sehenswertes aus der Stadtgeschichte informieren. Bisher gibt es über zwanzig solche Wegesteine, so unter anderem am Ratskeller, der Blaudruckwerkstatt, im Walkmühlenbad und natürlich am Vereinssitz Färberhenke. Ein 25. Stein ist in Vorbereitung und soll zum 800. Stadtjubiläum auf dem Marktplatz aufgestellt werden.

Zu diesem großen Jubiläum hat der Heimatverein noch etwas ganz Besonderes vor. So wird derzeit an einem Buch gearbeitet, dass sich bereits kurz vor der Herausgabe befindet. Unter dem Titel »Pulsnitz einst und jetzt« wir darin in Wort und Bild über historische Hotels, Gaststätten, Ladengeschäfte und den Handel berichtet. Das Buch wird etwa 100 Seiten Umfang haben, aktuell gibt's es schon zahlreiche Vorbestellungen.

»Historisch gab es in unserer Stadt den Dreiklang der seltenen Handwerke Blaudruck, Pfefferküchlerei und Töpferei, bis 1990 war Pulsnitz eine Industriestadt mit Textilindustrie und Bandweberei«, sagt Dr. Michael Eckardt. Er ergänzt: »In unserem Verein gibt's zwei Arten von Mitgliedern: die mit der Schaufel und die Schreiber«. Für eine erfolgreiche Vereinsarbeit werden beide dringend benötigt. Menschen mit Interesse an Lokalgeschichte sind gern gesehen und als neue Vereinsmitglieder willkommen.

Informationen zum Verein im Internet unter www.pulsnitzer-heimatverein.de.


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