

Die Diagnose Brustkrebs betraf im vergangen Jahr über 458 Menschen im Landkreis Bautzen. Krebs allgemein gilt als zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Durch die Erweiterung ihres Angebotes wird mit Gründung des Oberlausitzer Brustzentrums in Bautzen eine ganzheitliche Behandlung ermöglicht. Es gehe darum, die Schwerpunktversorgung auf diesem Gebiet zu verbessern, bringt OLK-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg das Ziel auf den Punkt. Er sagt: »Mit dem neuen Brustzentrum schließen wir eine Versorgungslücke und bieten Patientinnen im gesamten ostsächsischen Raum eine umfassende und wohnortnahe Behandlung an«.
Jedes Jahr erhalten etwa 70.000 Frauen in Deutschland die Diagnose Brustkrebs. Damit ist sie die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, etwa 13 von 100 Frauen sind betroffen. Und etwa 17.000 Patientinnen sterben daran. »Frühzeitig und leitliniengerecht behandelt, sind die meisten Brustkrebs-Erkrankungen heilbar«, stellt Jörg Scharfenberg fest. Das neue Brustzentrum setzt dabei auf ein interdisziplinäres Netzwerk aus verschiedenen Spezialisten. So konnten führende Experten gewonnen werden. Zu ihnen gehört Dr. Aiman Bachouri. Er ist ein erfahrener Brustchirurg und bringt seine Expertise nun in Bautzen ein. Auch Martina Liese, eine renommierte Radiologin mit 40 Jahren Berufserfahrung gehört zum Team. Das besteht aus Psychoonkologen, Gynäkologen, Pathologen und Radiologen. »Die enge Verzahnung aller Fachbereiche, welche für die Behandlung des Mammakarzinoms relevant sind, ist das Besondere hier in Bautzen«, betont Jörg Scharfenberg.
Die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Senologie wird angestrebt. Dafür ist eine Mindestanzahl von 100 Brustkrebsoperationen pro Jahr erforderlich. Dr. Bachouri sagt: »Wir gehen davon aus, dass wir bereits im ersten Jahr diese Zahl erreichen werden«. Es sind vor allem die kurzen Wege und die enge Abstimmung zwischen den Fachbereichen, von den die Patientinnen profitieren werden. Doch nicht nur die medizinische Expertise ist in Bautzen nun geballt vorhanden. Auch bei der Medizintechnik wurde mit rund 800.000 Euro kräftig in modernes Equipment investiert.
Geschäftsführer Jörg Scharfenberg sagt: "Das neue Brustzentrum ist ein entscheidender Baustein für die Zukunft der Frauenheilkunde in der Region". Es ist Teil einer langfristigen Medizinstrategie 2030 der Oberlausitz-Kliniken. »Die demografische Entwicklung, der steigende Bedarf und unser Status als Schwerpunktversorger machen es erforderlich, unser medizinisches Angebot gezielt weiterzuentwickeln«, so der Klinik-Geschäftsführer.
Zum Leistungsspektrum gehören neben modernen Bildgebungsverfahren und der Gewebediagnostik natürlich auch Brustkrebs-OPs, ästhetisch-plastische Eingriffe, nuklearmedizinische und medikamentöse Behandlungen sowie eine ganzheitliche Betreuung durch Psychoonkologie, Physiotherapie, Schmerztherapie und Palliativmedizin. Die gute Nachricht für viele Patientinnen ist, dass heute die brusterhaltende OP der Standard und in 75 bis 80 Prozent aller Fälle auch möglich ist.
Auch Landrat Udo Witschas ist begeistert: »Wir gehen hier neue Wege in Bautzen. Von der Diagnostik bis zur Therapie können betroffene Patientinnen komplett behandelt werden. Das ist Spitzenmedizin und eine erhebliche Verbesserung des medizinischen Angebots in Bautzen.«