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Theaterstück über Anne Frank

Premiere des Theaterjugendklubs im Piccolo Theater

Der Piccolo Theaterjugendklub

Der Piccolo Theaterjugendklub

Bild: Matthias Heine

Eines der bedeutsamsten historischen Dokumente aus der Zeit des nationalsozialistischen Terrors ist das "Tagebuch der Anne Frank". Das Buch erschien erstmals 1947 auf Niederländisch und avancierte schnell zu einem der bekanntesten Werke der Weltliteratur. Die Mischung aus realem Hintergrund, vor allem dem Wissen, dass alle Beteiligten - außer dem Vater Otto Frank - in Konzentrationslagern ermordet wurden, sowie die exzellente literarische Qualität der jugendlichen Schreiberin Anne Frank, die zu großen, humanistischen Gedankengängen fähig war, geben diesem einzigartigen Text auch heute noch seine Strahlkraft. Der Jugendklub des Piccolo Theaters nutzte das berühmte "Tagebuch" als Grundlage für deren neues Theaterstück "Anne". HERMANN sprach mit Spielleiter Matthias Heine.

Matthias, das neue Stück "Anne" basiert auf dem "Tagebuch der Anne Frank". Warum hast du dich in dieser Spielzeit für genau diesen Stoff entschieden?2025 ist das Ende des 2. Weltkrieges achtzig Jahre Geschichte. Annes Geschichte erinnert uns alle daran zurück, überprüft die Gegenwart.

Ihr seid mit dem Theater-Jugendklub sogar für ein paar Tage nach Amsterdam gefahren und habt das Anne-Frank-Haus besucht. Welchen Eindruck hat der Besuch auf die Jugendlichen gemacht?
Der Besuch hat die Jugendlichen und auch mich nachhaltig beeindruckt. Orte wie dieser speichern ihre Geschichten ab. Annes Tagebuch wirkt dabei wie ein kräftiger Verstärker. Das Hinterhaus lässt einem keine andere Möglichkeit als den Geschichten nachzuspüren. Es drängt einen förmlich in die Geschichte hinein. Wir fühlten uns Anne und den anderen Untergetauchten sehr nah.

Was können wir von der Umsetzung des Stoffs erwarten? Schließlich handelt es sich um ein Tagebuch.
Ein Schreibauftrag bestand darin, dass die Jugendlichen ihre Eindrücke im Anne-Frank-Haus in Texten festhalten. Diese Ebene wird man im Stück wiederfinden. Außer dieser und natürlich den Texten aus dem Tagebuch selbst, gibt es noch eine dritte Ebene, nämlich die der Zeitzeuginnen; die dort ansetzt, wo das Tagebuch aufhört, die Anne über das Lager Westerbork, in Zügen nach Auschwitz, bis zu ihrem Ende im Lager Bergen-Belsen nachspürt. Uns war es wichtig, Annes Geschichte bis zum bitteren Elend deutscher Konzentrationslager zu verlängern.

Öffentliche Hauptprobe am Donnerstag, 24. April, 19 Uhr / Premiere am Samstag, 26. April, 19 Uhr im Piccolo Theater.
Regie: Matthias Heine / Es spielen: Laurenz Lorenz, Lina Patzelt, Lena Patzelt, Nico Kornisch, Charlie Müller, Sam Rudolph, Celina Siegfried, Frieda Becker, Maja Kuschnir, Hermine Jähne, Arian Wolff, Carl Ferdinand Thomas, Isabella Stutzmann, Weronika Muisalowska, Lamara Schröder und Charlotte Fröhlich


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