Klaus Wilke

Da isser wieder: Edgar Wallace

"Der Mönch mit der Klatsche" in der TheaterNative C Cottbus

Der Name Edgar Wallace steht ja eigentlich mehr für ebenso verzwickte wie blutige Krimis. Nun hat sich die Kleine Komödie TheaterNativeC in Cottbus seiner angenommen. Das ist ganz aktuell; denn Edgar Wallace, den manche als den Erfinder des modernen Thrillers bezeichnen, wurde am 1. April 1875, also vor 150 Jahren, geboren. Als sein Leben 1932 endete, hinterließ er ein Lebenswerk von u.a. 175 Büchern und 15 Theaterstücken.

Was jetzt als "Der Mönch mit der Klatsche" in der TheaterNative über die Bühne geht, hat zwar eng mit Wallace zu tun, entstammt aber der Feder des umtriebigen Schauspielers, Kabarettisten, Moderators und Journalisten Stefan Keim (*1967). Dessen Vielseitigkeit prägt sich dem Stück in fulminanter Weise auf. Dass es zur zündenden Komödie wird, verdankt es der Idee: Ein Tourneetheater ist mit einem Wallace-Stück unterwegs, steht aber auf der A 13 in hoffnungslosem Stau. Nur der Regieassistent Eddie Abent (!) und der Requisiteur Klaus Kongski (!) - kein Zufall, diese Namensähnlichkeit mit unverzichtbarem Personal einschlägiger Filme - sind mit ein paar Ausstattungsgegenständen vorausgefahren und rechtzeitig an Ort und Stelle.

Was tun? Ein altes Theatergebot besagt: "Der Lappen muss hoch", keine Vorstellung darf ausfallen. Schweren Herzens müssen Eddie und Klaus ran, um die 856. Vorstellung zu retten. Doppelte Herausforderung: sich in die nicht anwesenden Schauspieler versetzen und zusätzlich deren vom Stück diktierten Personen - eine erkleckliche Anzahl - darzustellen. Wie das Thomas Linz und Tobias Grabowski machen, wie sie aus Spielzwang in Spielfreude hinüberwechseln, ruft nicht nur Bewunderung im realen - also Cottbuser - Publikum, sondern auch dessen Lachstürme hervor. Regisseur Steffen Löser hat in der von der Volksbühne Michendorf übernommenen Produktion den beiden Mimen genügend Spielraum gelassen, den sie auch völlig ausfüllen. Geradezu im Flug wechseln sie aus männlichen in weibliche (und umgekehrt) Rollen, stellen so auf spielerische Weise das neue Selbstbestimmungsgesetz zum Geschlechtswechsel, das dafür Monate vorsieht, in den Sekundenschatten.

"Der Mönch mit der Klatsche" findet allemal ein Publikum mit langem Klatschen, das eine köstliche Hommage auf Edgar Wallace belohnt.


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