

Auf zehn erfolgreiche Jahre kann MEG-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Andreas Bernhardt dann zurückblicken. »In den vergangenen Jahren haben wir stets Jahresüberschüsse erwirtschaftet. Für 2024 rechnen wir erneut mit einem positiven Ergebnis«, informierte Bernhardt während des jüngsten Wirtschaftsausschusses der Stadt Senftenberg. Im Jahr 2024 habe die MEG eine Gesamtleistung von 3,3 Millionen Euro erbracht und sei aktuell schuldenfrei. Wie Bernhardt weiter berichtete, sind jedoch die Personalkosten gestiegen. Diese würden derzeit 70 bis 72 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. »Um wettbewerbsfähig zu bleiben, können wir hier nicht stehen bleiben. Andere Einrichtungen suchen ebenfalls Mitarbeiter und Ärzte.«
Insgesamt sind laut Bernhardt derzeit zehn Ärzte an zwei Standorten unter dem Dach der MEG tätig – mit dem Schwerpunkt in der hausärztlichen Versorgung. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg liegt der Versorgungsgrad für die hausärztliche Versorgung im Planungsbereich Senftenberg-Großräschen bei 92,1 Prozent und ist damit unter dem Soll. Die Personalgewinnung bleibe daher eine der größten Herausforderungen. »Es stehen Generationswechsel an, und die Nachbesetzung von Praxen hat höchste Priorität. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird«, erzählt Bernhardt.
Am Standort in der Fischreiherstraße 2 werde zum 30. Juni dieses Jahres eine Ärztin die MEG verlassen. Zudem werde dort die Fachärztin für Neurologie gemeinsam mit Andreas Bernhardt zum 31. Dezember in den Ruhestand gehen. »Mit einer potenziellen Nachfolgerin hatte ich bereits zwei Gespräche. Ich bin zuversichtlich, dass diese Nachbesetzung klappt«, sagt Bernhardt. Eine neue Besetzung habe es bereits für die scheidende Fachärztin für Orthopädie gegeben. Sie werde die MEG zum 30. Juni verlassen. »Ab dem 1. Juli wird ein Kollege die Orthopädie weiterführen.«.
Am Standort in der Dr.-Dorothea-Erxleben-Straße 2a sei eine Kollegin schwanger. »Für sie wird ab 26. Mai ein erfahrener Arzt als Vertretung einspringen«, berichtet Bernhardt. Zudem werde voraussichtlich eine weitere Ärztin am gleichen Standort zum Jahresende aufhören. »Ende September wissen wir mehr, denn es gilt eine dreimonatige Kündigungsfrist.« Wie Andreas Bernhardt informiert, führt er parallel Vorstellungsgespräche mit Fachärzten für Innere Medizin/Allgemeinmedizin.
Bereits zum 31. März ging aus der MEG-Verwaltung eine Lohnbuchhalterin in Rente, eine Nachfolge jedoch gesichert.
Perspektivisch könnte es mit einer möglichen MEG-Betriebsstätte in Großräschen ein effektiveres Netzwerk für die Ärztegewinnung geben. »Es ist sinnvoll, über die erwogene Ansiedlung einer Betriebsstätte in Großräschen nachzudenken. Voraussetzung dafür ist jedoch eine stabile Ärztestruktur in Senftenberg, da es problematisch wäre, gleichzeitig in beiden Städten nach Ärzten zu suchen, wenn es bereits in Senftenberg personelle Lücken gibt.« Die Stadt Senftenberg als 100-prozentige Gesellschafterin plant, MEG-Anteile an die Stadt Großräschen zu verkaufen. »Senftenberg soll selbstverständlich Mehrheitsgesellschafter bleiben.« Bernhardt gehe davon aus, dass der Verkauf von Anteilen noch in diesem Jahr realisiert werden kann. Wie er sagt, soll dieser Prozess von einer Rechtsanwalts- und Steuerberatungskanzlei begleitet werden. Zudem muss der Gesellschaftervertrag entsprechend angepasst werden.
Laut Bürgermeister An-dreas Pfeiffer gibt es aktuell nur einen Grundsatzbeschluss zur interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Senftenberg und Großräschen mit dem Ziel der Stabilisierung der ambulanten medizinischen Versorgung im gemeinsamen Versorgungsbereich. »Einen Beschluss zum Verkauf von MEG-Anteilen müssen die Stadtverordneten noch fassen.« Laut Pfeiffer wolle sich Senftenberg auch an der Finanzierung des Prozesses beteiliegen.