

Die Mitglieder des Dresdener Rennvereins 1890 e.V. haben einen neuen Vorstand gewählt. An dessen Spitze steht mit Holger Scholze ein bekannter Dresdner als Präsident, der zuvor sechs Jahre dieses Ehrenamt bei Dynamo ausübte. Wie kam es zu diesem Engagement?
Nach der Empfehlung durch den früheren Dynamo-Stürmer Frank Richter sprach mich Ehrenpräsident Christoph Winkler schon im Herbst des vergangenen Jahres zum ersten Mal darauf an, ob ich mir vorstellen könne, dieses Amt im Rennverein zu übernehmen. Doch eigentlich wollte ich nach dem intensiven Ehrenamt bei Dynamo erst einmal durchatmen und dabei natürlich auch mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Aber meine Frau und unsere sechsjährigen Zwillinge sind ebenfalls Fans der Rennbahn. Wir gehören zu den Stammgästen. Deshalb unterstützen sie meinen Einsatz für die Pflege, den Erhalt und die Weiterentwicklung des traditionsreichen Flächendenkmals sowie die Förderung des Sports im Allgemeinen und des Pferdesports im Besonderen.
Sie wurden von den Mitgliedern mit großer Mehrheit gewählt – was bedeutet Ihnen dieses Votum?
Das ist eine große Ehre. Ich freue mich sehr, dass mir die Mitglieder des Rennvereins ihr Vertrauen geschenkt haben und hoffe, den hohen Erwartungen zum Wohle des DRV 1890 gerecht werden zu können. Die wunderschöne Galopp-Rennbahn gehört zu Dresden wie die Semperoper, der Zwinger, die Frauenkirche, das Grüne Gewölbe, die Raddampfer auf der Elbe und die Fußballer von Dynamo.
Welchen Schwerpunkt sehen Sie mit Blick auf die bevorstehende Saison?
Mir ist bewusst, dass die Finanzierung der Renntage einem Kraftakt gleicht. Weitere Unterstützer zu gewinnen, ist natürlich eine wesentliche Basis. Denn es funktioniert nur gemeinsam mit verlässlichen Partnern, die unsere Vision und die Leidenschaft teilen. Es geht aber auch um die Ausarbeitung neuer Konzepte, die sich gleichermaßen in unsere kurz-, mittel- und langfristigen Planungen einbetten lassen. Die Entwicklung und stetige Verfeinerung derartiger Strategien sehe ich als einen Schwerpunkt meines Wirkens, natürlich gemeinsam und in enger Abstimmung mit dem gesamten Vorstand. Zudem möchte auch ich verstärkt für die Rennbahn werben und ihren Bekanntheitsgrad in unserer Region und weit über die Grenzen Dresdens hinaus erhöhen. Denn wer einmal bei einem Renntag dabei war und das außergewöhnliche Fluidum genossen hat, kommt immer wieder – so ist es mir vor Jahren selbst ergangen. Neue Gäste sind in der Regel sehr schnell infiziert und tragen ihre Begeisterung weiter. Dies sollten wir fördern! Ich bin zuversichtlich, dass uns das gemeinsam gelingen wird.
Ein Blick zurück auf Dynamo: Wie sehen Sie die SGD?
Seit meiner frühen Kindheit bin ich Dynamo-Fan. Deshalb wünsche auch ich mir sehnlichst den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Jungs haben sich dabei auch das Glück der Tüchtigen sehr verdient. Das Potenzial des Vereins ist riesig, um in den kommenden Jahren noch viel mehr erreichen zu können. In meiner Stellungnahme vom November 2024 habe ich geschildert, welche Reformen dafür nötig wären. Dem habe ich aktuell nichts hinzuzufügen.