Simpsons 13. Februar
Der 13. Februar 1945 hat sich in Dresden und Umgebung fest ins kollektive Gedächtnis eingebrannt und ruft zur Mahnung und Erinnerung an die Grausamkeiten des Krieges auf.
Der aus England stammende Wehlener Maler Christopher Haley Simpson hat einen besonderen Bezug zu diesem Thema. Bereits vor 40 Jahren, im Jahr 1985, besuchte er zum ersten Mal Dresden. Viele historische Gebäude lagen damals noch in Trümmern. Es waren diese Ruinen, die Simpson zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Elbflorenz und seiner Geschichte brachten. In dieser Zeit fertigte er etliche Zeichnungen und Bilder der zerstörten Gebäude an. Im Zentrum seines Interesses stand damals schon die Frauenkirche. Kirchengebäude übten schon während seiner Schul- und Studienzeit, als er durch Frankreich und Italien reiste und die Sakralarchitektur malerisch und zeichnerisch verarbeitete, eine besondere Faszination auf Simpson aus.
Die aktuelle Doppelausstellung, findet in der Radfahrerkirche Stadt Wehlen unter dem Titel »Zurück zum Frieden – Frauenkirche Variationen, Ruinenbilder – Tageszeiten« und im Schützenhaus – Kunsthaus am Malerweg mit Bildern des zerstörten Dresdens nach dem Feuersturm statt. In der Wehlener Kirche sind insgesamt 23 Bilder Simpsons ausgestellt, bestehend aus der fünfteiligen »Frauenkirche Variationen« aus dem Winter 2005, was die wiederaufgebaute Kirche zu unterschiedlichen Tageszeiten zeigt. Dazu kommen Ruinenbilder von 1985 sowie zwei sprechende, doppelseitige Bilder, die jeweils das Turmkreuz auf der Vorderseite und zwei für den Wiederaufbau bedeutende Persönlichkeiten auf der Rückseite zeigen. Es sind Dr. Eberhard Burger, Bauingenieur der Frauenkirche und Dr. Alan Russel, Gründer des Dresden Trust. Zudem sind eine Reihe an Baustellenimpressionen des Wiederaufbaus und eine Reproduktion von Marguerite Jeanne Carpentiers Trauerbild »Moderne Zeiten« zum Untergang Dresdens zu sehen. Dieses Bild ist bei der Vernissage der Ausstellung am 13. Februar als Mahnung und Friedensbotschaft zum Schützenhaus getragen worden.
Lese-Performance im Schützenhaus
Dort erwartet die Besucher der zweite Teil der Ausstellung mit bedrückenden Ruinenbildern Dresdens, welche in einen künstlerischen Kontext mit anderen Bildern von Zerstörungen gestellt werden, darunter Simpsons malerische Interpretationen von Gemälden Gustav Klimmts, welche selbst den Flammen des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fielen. Der Boden des »Salon Suisse« ist mit zerknüllten Feuerbildern bedeckt, in der Mitte thront ein Mahnmal aus verschiedenen Bildern und an den Wänden hängen etliche Bilder der zerstörten Stadt. »Dresden wurde im Krieg gekreuzigt und erlebte später seine Renaissance, also Wiedergeburt«, sagt Simpson. Hier finden seine Lese-Performances statt. Dabei liest er aus den Erinnerungen an die Bombennacht vom Dresdner Schriftsteller Viktor Klemperers und vom Dresdner Maler Wilhelm Rudolph. Die Lese-Performance findet ab einer Teilnehmerzahl von zehn Personen statt. Begleitend zur Ausstellung in der Radfahrerkirche bietet Simpson Führungen an.
Am 1.März, um 14 Uhr wird Simpson in der Radfahrerkirche seine Gedichte vortragen. Simpson wird in vier Variationen des Wehlener Stadtgedichtes von Hede Willecke passend zur verschiedenen Jahreszeiten auf englisch vortragen und dazu die passenden Nachdichtungen auf Deutsch vorlesen. Um 16 Uhr folgt die Lesung "Stimmen aus den Ruinen" im Schützenhaus mitsamt die Erinnerungen vom Dresdner Maler Wilhelm Rudolph und Kriegs und Liebesdichter wie Walther Rheiner 1895-1925 und Wilfried Owen - er ist der tiefste Dichter des ersten Weltkrieges, der auch dort in den Schützengraben starb. In den Papiertrümmern werde er - Wilhelm Rudolph spielend - die vergessenen Dichtung finden und vortragen. Es ist der Wiedergeburt vom ursprünglichen Antifaschismus.
Als Finissage in der Wehlener Kirche ist am 29. März, 14 Uhr, eine Begegnungsperformance mit dem Titel »Versöhnung« zwischen den Bauingenieueren George Bähr, Eberhard Burger und Alan Russel vorgesehen.
Die Ausstellungen sind in der Radfahrerkirche bis 31. März und im Schützenhaus bis zum Wochenende nach dem Jahrestag des letzten und größten Angriffs auf Dresden am 17. April nach telefonischer Vereinbarung (0176 / 41660941), bevorzugt an Sonnabenden um 14 Uhr, begehbar
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