Ein Wilthener auf Weltreise
Seine »Datsche« ist ein Kompakt-SUV Dacia Duster, den er sich selbst umgerüstet hat. Hier kann Stefan Saulich auf engstem Raum schlafen, kochen und sich auch waschen. Für Strom sorgen Solarpaneel und Lichtmaschine.
Das Fahrzeug wird sein neues Zuhause auf dem ersten Teil der Reise. Es wird durch Polen und die baltischen Staaten nach Skandinavien gehen. Im Idealfall bis zum Nordkap, wenn es das Wetter erlaubt. Zurück entlang der norwegischen Küste, durch Schweden und Dänemark. Dafür plant der Weltreisende das erste halbe Jahr ein. Zurück in Deutschland, wird der Dacia abgestellt. Dann beginnt Teil 2 des Abenteuers.
Mit seiner Freundin geht es im Flieger nach Thailand. Für Südostasien ist ein Jahr vorgesehen. Danach plant Stefan Saulich über die Philippinen nach Australien zu reisen, mit einem Abstecher nach Neuseeland.
Der dritte Abschnitt der Reise soll ihn ein Jahr durch Nordamerika führen. Anschließend ist geplant, den Rest von Mittelamerika, den er noch nicht bereist hat, zu besuchen – Costa Rica, Nicaragua und Panama. Danach geht es über den Atlantik zurück nach Europa. Sein Weg hat ihn dann einmal um den Erdball geführt. Im letzten Teil des Abenteuers kommt die »Datsche« wieder ins Spiel. Es geht in die Heimat des Dacia, den Balkan. Zwischendurch plant Stefan Saulich, in Südostasien mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in Australien mit einem Auto und durch Nordamerika mit dem Fahrrad zu reisen. So die Ideen. »Aber letztendlich werde ich täglich neu entscheiden«, sagt der Weltenbummler.
Das alte Leben zurücklassen
Seine Habseligkeiten passen in zehn Umzugskisten, die er gern noch auf acht reduzieren möchte. Materiell wichtig ist ihm sein Auto. Der Umbau hat viel Arbeit gemacht, reisebezogene Dinge, wie die Campingausrüstung und sein Fahrrad will er behalten. Natürlich den Laptop, als Kommunikationsgerät und Erinnerungsspeicher. Auch persönliche Andenken befinden sich in den Kisten, die auf keinen Fall wegdürfen. Der Rest: verkauft, verschenkt, verschrottet, verbrannt. »Das Verbrennen von Dingen ist sehr befreiend, ich habe das richtiggehend zelebriert. Ein Teil des alten Lebens ist in Flammen aufgegangen, ein Kapitel abgeschlossen.«
»In meinen jungen Erwachsenenjahren war ich immer wieder unzufrieden und wusste nicht warum«, sagt der Wilthener. Die Wende kam auf dem Jakobsweg, der ersten großen Reise allein. »Wenn man 1.000 km zu Fuß unterwegs ist, dann dreht sich das Leben nur noch um drei simple Dinge: Was esse ich? Wie weit laufe ich? Wo schlafe ich? Anstatt acht Stunden zu arbeiten, bin ich acht Stunden gelaufen. Die Dinge haben sich in der Zeit nicht geändert, nur meine Sicht auf die Dinge. Meine Erkenntnis: Die Welt ist so groß, bietet so viel, warum soll ich mein ganzes Leben an einem Ort verbringen?« Danach begann Stefan Saulich intensiv zu reisen, immer länger. Reisen ist für ihn Bildung schlechthin.
»Man lernt nicht nur Sprachen, man lernt Geografie, Kultur und Kulinarik. Vor Ort bekommt man viel mehr mit, lebt mit den Menschen in ihrer Kultur. Dabei lernt man auch sich selbst besser und oft anders kennen. Für mich gibt es kein besseres Investment als in Gesundheit und Bildung«, sagt er und betont: »Auf Reisen hat man die Zeit, sich auf sich selbst zu besinnen, wenn man Fragen hat findet man immer jemanden, um zu philosophieren, besonders gut bei einem Glas Schnaps.« Mit Spirituosen kennt sich Stefan Saulich aus. 22 Jahre hat er bei Weinbrand Wilthen gearbeitet. Eine Auswahl der Produkte wird ihn begleiten und im Idealfall Türen öffnen.

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