

Die Polizeidirektion Görlitz bekommt Verstärkung. 44 junge Polizisten nahmen vor wenigen Tagen ihre Arbeit bei der Polizeidirektion Görlitz auf. Sie gehören zu den insgesamt 322 sächsischen Polizisten, die letzten Freitag in der Messehalle Löbau nach 30-monatiger Ausbildung zu Polizeimeisterinnen und -meistern ernannt wurden.
Die Veranstaltung in der Messehalle Löbau mit rund 1700 Gästen wurde aus Mitteln der Gewerkschaft der Polizei, der Deutschen Polizeigewerkschaft und des Bundes Deutscher Kriminalbeamter finanziert.
In seiner Festrede betonte Innenminister Armin Schuster (CDU): "Das Ziel von 15.000 Polizistinnen und Polizisten ist die von der Staatsregierung gesetzte neue Wegmarke und dafür ist der heutige Tag ein erster entscheidender Schritt." Laut einer Statistik gab es in Sachsen im Jahr 2022 etwa 12.900 Polizisten. Dass trotz der angespannten Haushaltslage des Freistaats jetzt alle Anwärter auch tatsächlich in den Dienst übernommen werden konnten, mache "noch einmal deutlich, wie sehr wir zu unserem Wort stehen, bei der Sicherheit in Sachsen keine Abstriche zu machen", sagte der CDU-Politiker.
Sicherheit sei das "Top-Thema", Sachsen ein fußballintensives Bundesland, es gebe ein hohes Versammlungsgeschehen und lange Außengrenzen, so Armin Schuster. Für die Beamten ein hohes und nicht ungefährliches Arbeitsaufkommen also. Nichtsdestotrotz ist der Beruf des Polizisten bei der Berufsauswahl offenbar sehr beliebt. Pro Jahr bewerben sich gegenwärtig in ganz Sachsen rund 4.500 Menschen auf die aktuell 300 Ausbildungs- und 150 Studienplätze.
Der Beruf des Polizisten benötige "Rückhalt im Politischen", betonte Innenminister Schuster auch. Bei der Rothenburger Hochschule gibt es mit Professor Viktor Nehrlich einen neuen Interimsrektor, der die jungen Hochschulabsolventen in Löbau beglückwünschte. Die Rothenburger Hochschule geriet im Vorjahr zuletzt um eine Personaldebatte und Abwahl des damaligen Rektors in die Schlagzeilen. Der Blick zurück spielte bei der feierlichen Veranstaltung freilich keine Rolle. Vielmehr betonte Armin Schuster, dass die Polizei in Sachsen das größte Ansehen und Vertrauen aller öffentlichen Institutionen genieße. Das geht auch so aus dem Sachsen-Monitor, der im Januar des Vorjahres veröffentlicht wurde, hervor. Demnach führt die Polizei mit einem Wert von 65 Prozent das Vertrauen an, gefolgt von der Wissenschaft mit 64 Prozent, den Gerichten (56 Prozent) und dem Bundesverfassungsgericht (54 Prozent). Schlusslicht in dieser "Vertrauensfrage" sind mit zehn Prozent "Parteien im Allgemeinen".
Von den 322 jungen Polizisten, die jetzt ihre Ausbildung abgeschlossen haben, treten 102 der Hochschulabsolventen ihren Dienst bei der Bereitschaftspolizei an. Und neben Görlitz freuen sich die Polizeidirektionen Chemnitz, Zwickau, Dresden und Leipzig auf ihre neuen Mitarbeiter.